Was ist …

… Ultimate? Was ist das?

Die meisten kennen Frisbee vom lustigen Scheibenwerfen am Baggersee. Die wenigsten wissen jedoch, dass es Frisbee als ernsthaften Sport mit offiziellen Turnieren bis hin zu National-, Europa- und Weltmeisterschaften gibt. Während Frisbee weltweit bereits von mehr als hunderttausend Spielern gespielt wird, gibt es Frisbee in Deutschland seit ca. 1978. Frisbeesport als Lebenseinstellung – das ist das Motto dabei. Denn der Frisbeesportler ist ein offener und toleranter Mensch. Ohne seine besondere Einstellung könnte er auch gar nicht den fairsten Sport der Welt ausüben – das Mannschaftsspiel Ultimate.

Bis zur höchsten Spielklasse – der Weltmeisterschaften der National-Teams – wird in dieser Disziplin ohne Schiedsrichter gespielt.

Die Frisbeescheibe entstand aus einer Kuchenform der Bäckerei Ma-Fribie. Nachdem Kinder den Kuchen gegessen hatten und die Kuchenform „verkehrt herum“ warfen, beobachteten Studenten die interessanten Flugeigenschaften dieser Form. Sie begannen sich die Kuchenform zuzuwerfen und nannten das Frisbie-ing. Später wurde aus dem Blechdeckel eine Kunststoffscheibe. Durch den simplen Schreibfehlers eines Spielwarenproduzenten wurde aus dem Wurfdeckel die heute jedermann bekannte Frisbee-Scheibe.

Im Frisbeesport sind zur Zeit sieben Disziplinen vom Welt-Frisbeesport-Verband (World Flying Disc Federation, WFDF) anerkannt. Die Hauptrolle spielt dabei die Mannschaftssportart Ultimate, zu der im jährlichen Wechsel Welt- und Europameisterschaften der Clubs und der Nationalmannschaften stattfinden. Sie ist am weitesten verbreitet und wohl auch die attraktivste Disziplin für den Zuschauer.

Ultimate – Kurze Spielerklärung

Ziel des Spiels ist es einen Punkt zu erzielen, indem ein Spieler der angreifenden Mannschaft (=Offense) die Scheibe in der gegnerischen Endzone fängt. Um das zu erreichen passen sich die sieben Spieler (=eine Mannschaft) die Scheibe solange zu bis der letzte Pass in die Endzone geworfen werden kann. Dabei darf der Spieler, der gerade in Scheibenbesitz ist, mit der Scheibe nicht laufen. Er darf nur mittels eines Sternschrittes (bekannt aus dem Basketball) um sein Standbein bewegen, um an dem vor ihm stehenden Marker (=Verteidiger) vorbeizuwerfen. Durch diese Art des Spielens entsteht eine hohe Laufintensität auf Seiten aller restlichen Spieler. Die Offensespieler versuchen sich freizulaufen, indem sie Haken schlagen (bekannt aus dem American Football, genannt „Cut“). Die verteidigende Mannschaft (=Defense) darf die Scheibe nur erkämpfen, während sie frei in der Luft schwebt, der Gegner sie auf den Boden oder ins Aus geworfen hat. Dadurch entsteht ein spannender und aktionsreicher Spielfluss, der höchsten körperlichen Einsatz fordert, allerdings ohne Körperkontakt zum Gegner.

Das Besondere

Trotz oder gerade wegen des körperlichen Einsatzes ist man besonders Stolz darauf, einen Mannschaftssport zu betreiben, dessen Erfindern es gelungen ist, dem Sportler die Verantwortlichkeit seines Handelns, gerade gegenüber dem Gegenspieler, wieder bewusst zu machen. Man verzichtet auf einen Schiedsrichter. Das Spiel wird von jedem Spieler selbst geleitet. Jeder Gefoulte darf das Foul selbst anzeigen. Fragen sie sich jetzt, ob dann überhaupt noch gespielt wird?

Zum Ultimate braucht man eine besondere Einstellung. Die Grundregel für dieses Spiel lautet Fair Play oder in der Szene: Spirit of the Game. Oberstes Gebot ist der Respekt vor dem Gegner und der Wille die Spielregeln nicht absichtlich zu verletzen. Bei einem Foul wird das Spiel angehalten und nach kurzer Klärung der Situation ohne Sanktionen für den Foulenden fortgesetzt. Bei Uneinigkeiten wird der zuvor gespielte Pass einfach wiederholt. Langwierige Diskussionen gibt es daher nicht.

Frisbeesport in Deutschland

Frisbeesport in Deutschland gibt es bereits seit 1978. Bereits 1983 wurde der erste Verband gegründet, der 1990 als Deutscher Frisbeesport-Verband (DFV) eingetragener Verein wurde und heute rund 1000 Mitglieder aufweist.

In der Hauptsache wird in Deutschland der Teamsport Ultimate Frisbee gespielt. Golf, Overall, DDC und Guts spielen daneben eine eher untergeordnete Rolle, wobei das „Golfen“ immer beliebter wird.

Im Jahr 2003 spielen rund 80 Teams in Deutschland Ultimate Frisbee. Davon sind ca. 55 Mannschaften, inklusive Frauen und Junioren, in 4 Bundesligen vertreten. Sowohl Outdoor (draußen) als auch Indoor (in der Halle) wird jedes Jahr der Deutsche Meistertitel ausgespielt. Die einzelnen Ligen bestehen aus jeweils zehn (Outdoor) bzw. sieben (Indoor) Mannschaften. Die Teilnahme an der Meisterschaft wird �ber Relegationsturniere ausgespielt, bei denen über Auf- und Abstieg entschieden wird. Durch die noch relativ geringe Anzahl an Mannschaften in Deutschland werden alle Wettkämpfe in Turnierform ausgetragen, die dann meist über zwei bis vier Tage stattfinden. Der überwiegende Teil davon sind sogenannte Fun-Turniere. An Fun-Turnieren nimmt man rein aus Spass am Spielen und der dort herrschenden Atmosphäre teil. Das wiederum macht den Frisbeesport zu einem besonderen sozialen Ereignis. Nicht das Gegeneinander sondern das Miteinander spielt die größere Rolle. Fun-Turniere finden den ganzen Sommer hindurch fast an jedem Wochenende statt.

Inzwischen werden seit einigen Jahren auch die deutschen Hochschulmeisterschaften ausgetragen.

Wussten Sie, dass die größten Frisbeesport-Events die zweitgrößte Ansammlung von Sportlern an einem Ort sind, gleich nach den Olympischen Spielen? Über 1300 Spielerinnen und Spieler waren bei der Weltmeisterschaft im Jahre 2000 in Heilbronn. Über 1600 nehmen jährlich über Ostern an der inoffiziellen Beach-WM in Rimini in Italien teil.

Ultimate in Augsburg

Die erste Ultimate Mannschaft in Augsburg wurde 1987 gegründet. Seit 1991 gibt es Ultimate an der Universität Augsburg im Rahmen des Hochschulsports.

Einige unserer Highlights waren z.B. die Teilnahme an Turnieren in:

  • Rimini (inoffiziellen Beach-WM)
  • Prag
  • Nantes
  • Barcelona
  • Amsterdam

Darüber hinaus haben wir jedes Jahr an den deutschen Indoor und Outdoor Meisterschaften, den dazugehörigen Relegations- und Qualifikationsturnieren, sowie zahlreichen Fun-Turnieren teilgenommen.

Einige unserer Spieler haben bereits an Europameisterschaften und Weltmeisterschaften teilgenommen und haben dabei sehr gute Platzierungen (2. und 3. Plätze) und sogar einen Weltmeistertitel errungen.